Konfessionsfrei

Damit ist gemeint, dass jemand nicht als zahlendes Mitglied einer christlich-kirchlichen Institution angehört. Die grossen Konfessionen wie römisch-katholisch, evangelisch-reformiert, russisch-orthodox, das sind geschichtlich gewachsene Formen von kirchlicher Verwaltung. Daneben gibt es auch kleinere (Schweiz bezogen) Kirchen wie etwa die methodistische, altkatholische oder die lutheranische.

Konfession heisst wörtlich «Bekenntnis». Das Wort stammt aus der Anfangszeit, wo die frisch bekehrten Christen sich klar von den damaligen Staatsreligionen abgrenzen mussten. Während der letzten Jahrhunderte hat dann das Christentum Europa so flächendeckend als Religion geprägt, dass die verschiedenen Konfessionen nebeneinander weiterlebten und ihre eigene Glaubenserziehung und Gottesdienst-Kultur pflegten. Man wird in der Schweiz üblicherweise in eine der konfessionsgebundenen Kirchen hineingeboren. Die Entscheidung, darin zu bleiben oder nicht, wird meist erst im Erwachsenenalter getroffen.

Keiner Konfession anzugehören, heisst nicht zwangsläufig, dass man nicht religiös-gläubig ist. Jeder Mensch hat seinen eigenen Zugang zu den Geheimnissen, die grösser sind als Menschenwerk. Das ist zu respektieren. In der schweizerischen Bundesverfassung ist die Religions- und Konfessionsfreiheit gesetzlich verankert. Eine geistliche Grundversorgung muss folglich gewährleistet sein. Konkret: Alle, die in der Schweiz wohnen, auch Nicht-Kirchenmitglieder, sollen die Möglichkeit haben, bei Geburt, Heirat und Tod von jemandem eine Feier gestalten zu lassen und dies mit gleicher Würde und Fachkompetenz, wie sie von ausgebildeten Theologen erwartet wird. Der Schweizerische Verband Freischaffender Theologinnen und Theologen (SVFT) nimmt dieses Anliegen ernst und bietet seine Dienste an, unabhängig von der Konfession.

Schweizerischer Verband freischaffender Theologinnen und Theologen www.svft.ch

Foto: Ulla Mayer-Raichle